Jahresrückblick 2016

Das Jahr neigt sich dem Ende zu und es wird Zeit noch einmal zurückzuschauen. 2016 – was für ein Jahr. Unser Blog ist in diesem Monat 2 Jahre alt geworden und wir haben zum zweiten Mal unser Internationales Treffen für Auslandsadoptierte veranstaltet.  Das Treffen im April war ein voller Erfolg, wir hatten viele Gäste auch wieder von außerhalb Deutschlands, es wurde diskutiert, getanzt und gelacht.

Es gab auch eine Veränderung in dem Jahr. Seit Mitte des Jahres stehen hinter dem Namen Auslandsadoptierte nur noch zu zwei, meine Schwester und ich. Wir haben die Gruppe Auslandsadoptierte in Deutschland bei Facebook neu gegründet und unsere Facebook Seite gestartet. Wir geben uns Mühe regelmäßig zu posten und euch mit interessanten Infos zu versorgen.

Wir sind stolz darauf, dass wir so gewachsen sind in den 2 Jahren, das unsere Treffen so gut besucht und angenommen werden und eine so tolle Community entstanden ist. Ein neues Treffen geht jetzt in Planung und bald könnt ihr Infos dazu auf unserem Blog lesen. Wir hoffen auf zahlreiche Teilnehmer und werden wieder ein schönes Programm bieten.

Auch unser Hamburger Stammtisch hat Zuwachs bekommen, worüber wir uns sehr gefreut haben.

Wir waren wieder auf der Suche nach leiblichen Familien in Peru und haben diese auch erfolgreich beendet. Ebenso konnten wir dank unserer Kontakte auch für eine Suche in Sri Lanka vermitteln.

Das neue Jahr wird noch einige Änderungen bringen, auch für mich (Johanna) privat. Es ist offiziell und ich freue mich, dass ich ab Juni wieder persönlich in Lima vor Ort bin, wieder selbst für euch auf die Suche gehen kann. Wer also nach Lima kommt und noch eine Unterkunft sucht, einen Dolmetscher, Insiderinfos oder auch nur was trinken gehen will, schreibt mir einfach. Ich freue mich auf euch und wer weiß vielleicht kriegen wir ja auch noch ein internationales Treffen in Lima hin 😉  (Merkt euch einfach alle den Januar 2018).

Wir arbeiten außerdem an unserem neuen Logo, das wir hoffentlich bald präsentieren können.

Wir hoffen ihr habt alle ordentlich gefeiert gestern und seid gut ins neue Jahr gestartet.

Happy 2017!

Johanna & Anna

 

Ein kurzer Artikel über eine Koreanische Adoptierte und die vielen Arten sich seinem Geburtsland zu nähern

Krystin Leach hat ihren ganz eigenen Weg zur Wurzelsuche gefunden. Die 34-jährige Amerikanerin aus Sunol/Kalifornien wurde 1982 aus Korea nach Amerika adoptiert. Sie wuchs als typische Amerikanerin auf und kam erst als sie zum College ging zum ersten Mal mit koreanischem Essen in Berührung. Dort entdeckte sie einen Gemeinschaftsgarten in denen ältere Koreanerinnen koreanische Kräuter züchteten.

Ihr Interesse an Korea war geweckt. Sie zog nach Kalifornien und züchtete selbst Perilla, die sie dann an einheimische Restaurants in San Francisco verkaufte. 2011 pachtete sie ein eigenes Grundstück. Drei Jahre später flog sie tatsächlich nach Korea, um sich mit einheimischen Farmern zu treffen und über die Erhaltung von koreanischen Kräutern zu diskutieren.

Heute ist ihre Farm bei anderen koreanischen Adoptierten gut bekannt und oftmals kommen andere Adoptierte vorbei um ihre ganz eigene Geschichte mit Krystin zu teilen.

Hört es euch an, hier ist der Link zur Seite: http://www.pri.org/stories/2016-11-29/korean-adoptee-finds-her-heritage-through-farming

Wann habt ihr zum ersten Mal ein Gericht aus eurem Geburtsland probiert?

 

Adoptierte ohne Staatsangehörigkeit in Amerika – das Beispiel Adam Crasper

Adam Crasper wurde vor 41 Jahren in Südkorea geboren. Mit drei Jahren kam er in den 80iger Jahren nach Amerika.  Er wurde zweimal adoptiert, (einmal von seiner Familie verlassen und von der zweiten schlecht behandelt, der Adoptivvater kam später wegen Misshandlung vor Gericht) von seiner Schwester getrennt und lebte in mehreren Pflegefamilien. Als Erwachsener traf er seine Schwester wieder und fand dabei heraus, dass er gar keine amerikanische Staatsbürgerschaft besaß, sondern nur eine dauerhafte Aufenthaltserlaubnis. Und damit ist er nicht der einzige. Etwa 35,000 internationale Adoptierte in den USA besitzen keine amerikanische Staatsbürgerschaft, durch Schuld ihrer Adoptiveltern und der Agenturen, die damals die Adoption durchgeführt haben. Viele finden wie Adam erst im Erwachsenenalter heraus, dass sie gar keine amerikanischen Staatsbürger sind.

Mittlerweile hat das Kind-Staatsbürgerschaftsgesetz einen Teil dieses Problems gelöst, indem Kindern die von US-Bürgern adoptiert werden, automatisch die Staatsbürgerschaft erhalten. Das gilt allerdings nur für die Kinder, die im Jahr 2000 noch nicht volljährig waren. Wer keine amerikanische Staatsangehörigkeit besitzt muss sich dafür bewerben. Ein wichtiger Teil der Bewerbung für die Staatsangehörigkeit ist ein lückenloses Vorstrafenregister, sprich am besten gar keins. Andernfalls droht die Abschiebung, wie im Fall von Adam und wie soweit bekannt in 45 weiteren Fällen von Adoptierten die nach Indien, Brasilien, Südkorea und andere Länder abgeschoben wurden, wegen geringfügiger Drogendelikte und anderen Verbrechen.

Wie es überhaupt sein kann, dass man „vergisst“ die Staatsangehörigkeit für sein Kind zu beantragen ist mir unverständlich. Wahrscheinlich fühlte sich mal wieder niemand zuständig. Die Folgen tragen die Adoptierten, die ungefragt in eine andere Kultur adoptiert wurden, um dann am Ende noch um die Staatsangehörigkeit eines Landes kämpfen zu müssen, in dem sie (ungefragt) aufgewachsen sind, deren Kultur sie angenommen haben und das sie als ihre Heimat bezeichnen. Hat man dann noch eine kriminelle Vorgeschichte, findet man sich ganz schnell im Flugzeug Richtung „Heimat“ wieder. Auch die 50.000 gesammelten Unterschriften unter dem Titel #KeepAdam Home nützen nichts, laut Adams hat sich der Richter sie nicht einmal angesehen. Schade und traurig, dass hier nur das Strafregister zählte und nicht einmal hinter die Fassade geschaut wurde.

Adam lebt seit ein paar Tagen wieder in Korea und das einzig Gute an der Geschichte ist, dass seine leibliche Mutter ausfindig gemacht werden konnte, die er auch schon getroffen hat.

Im Moment wird der „Adoptee Citizenship ACt of 2015“ in Betracht gezogen, dieser würde allen Kindern die von US Bürgern adoptiert wurden, die Staatsbürgerschaft erteilen. Bleibt zu hoffen, dass dieser durchgesetzt wird, auch wenn es für einige zu spät kommt!